Monthly Archives: May 2009

ALLES FALSCH : Indian Posters

We had the opportunity to produce posters for the office of the art school zürich. After a photographical research about colors and typography, we were able to realize the posters in Ahmedabad .
First, we had to find colored textiles for the background, then we were talking to a painter. It was a big challenge to get the people to understand what we were asking them to do. Without the guidance and knowlege of Metha, the owner of our guesthouse, we would have been completely lost!

Véronique, Séverine, Nadine, Simone, Sibylle
Visual Communication

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Jaipur

Mumbai

Mont Abu

Puskar

Ahmedabad

Udaipur

Same Same

The first few nights in Delhi were indeed sleepless. We were overwhelmed by the different impressions of this colourful and lively city and its kind citizens. It was in those nights when the idea to our project was born, the idea of launching a small collection of allday bags inspired by the traditional indian fabrics and paterns. Our aim was to profit from those impressions and inspirations this country was providing us with.

We started our material research and finally decided to produce 3 different kinds of bags. Our main aim was to design products for the european marked with the certain indian influence.

We profited of a visit to a blockprinting factory with an inclued introduction in this traditional art of printing and began to buy different kinds of fabrics of this technique. Bargaining with all the fabric dealers became a beloved sport to us and we got an interesting view on the indian culture. We changed shaking hands into drinking chai and enjoyed all the other experiences we got to know.

In the peaceful silence of Mount Abu we started to design the bags we wanted to produce. The connecting idea in between our collection was the fact that eatch bag was a mixture of a blockprinted fabric combined with a singlecoloured fabric. We even got to design a bag you could use in two different styles by flipping the inverse outside.

When we arrived in Ahmedabad we managed to conntact a tailor by the help of our hostfamily. It was a hard piece of work to explain him what we wanted him to produce for us. A lack of language on both sides didn’t make it any easier. But it was still a great experience. Leaving the tailor with all our sketches and fabrics, we had the feeling he’d understood more or less what we expected from him but on the same time we didn’t expect too much, because we didn’t want to risk any kind of disappointment. Three days later we got our longed for bags. Beside the little changes of design the tailor had made in self didaction, we were satisfied.

In the beginning we didn’t want to brand our collection with a name but on a long rickshawdrive to Anokhi Farm the name Same Same was born. Same same but different is one of the most often heared expressions bargaining with asian dealers and India is no exception to it.

We loved the experiences we made and even think about going back soon to start a new project with all the knowledge we earned on our first visit to India.

Nicole and Josina

Im Fremden da Eigene und im Eigenen das Fremde entdecken

Der Schriftsteller Martin R. Dean und der Germanist Alexander Honold sind auf je eigene Weise mit dem Thema der Fremdheit zwischen unterschiedlichen Kulturen beschäftigt. Auf einer Vortragsreise durch Indien stellt eine kontrastreiche Realität ihre Vorstellungen auf die Probe.

Von Alexander Honold (NZZ Feuilleton vom 18.5.09 | nr.113)

«Bitten wir doch den Fahrer einfach herein», findet mein Reisegefährte, «er soll zur Stärkung einen Kaffee nehmen.» Seit drei Tagen sind wir jetzt in Neu-Delhi unterwegs. In einer Luft, so dick von Staub, Russ und Schmutz erfüllt, dass jeder Atemzug die Angst vor dem Ersticken weckt. Nur schnell ins Freie – aber das hilft nichts, da ist nichts Freies, wohin man flüchten könnte.

.Als die Einladung aus Indien kam, gemeinsam auf verschiedenen Podien über die interkulturelle Bedeutung von Literatur zu sprechen, haben wir, anfängliche Bedenken beiseite wischend, rasch zugesagt. Statt aufregende Touren zu machen und exotische Abenteuer zu erleben, sitzen wir nun Tag für Tag stundenlang im Auto und werden von dem stets geduldigen Mr. Shivlal traumwandlerisch sicher durch das Verkehrschaos von Delhi bewegt. Sei es mitten in der Nacht oder in der Nachmittagshitze, der Fahrer begleitet uns den ganzen Tag lang aufmerksam und unauffällig.

Martin Dean schlägt vor, den guten Mann hereinzubitten in die klimatisierte Lobby. Doch Mr. Shivlal lehnt dankend ab, es wäre ihm sichtlich unangenehm, so aus der Rolle zu fallen. Aber auch mein Reisegefährte hat für seine Besorgnis einen Grund; er kommt ins Grübeln und sagt leise: Es könnte mein Vater sein. Der Mann, der da draussen am staubigen Strassenrand wartet, bis die Herrschaften fertig sind und von ihrer Kulturveranstaltung wieder ins Hotel gefahren werden wollen. Es könnte mein Vater sein: Erst wenn ein solcher Gedanke Raum gewinnt, ist der gefühlte Kolonialismus wirklich vorbei, denke ich.

Kontraste

Auf Schritt und Tritt klammern sich die augenrollenden Blicke und Litaneien bettelnder Frauen und Kinder an die westlichen Besucher. Wir haben noch nicht gelernt wegzuschauen, wenn zwischen halbfertigen Betonträgern und verstopften Strassenkreuzungen Menschen auf allen Vieren kriechen oder öffentlich ihre Notdurft verrichten.

Der Kontrast zu den Lesungen und Vortragspodien, auf welchen wir unsere Texte und Thesen vorstellen, könnte grösser nicht sein. Martin Dean sitzt am Abend vor dem wohlsituierten Publikum eines Botschaftsempfangs. Er liest aus seinem Roman «Meine Väter», der von dem verlorenen Indien der Wanderarbeiter auf Trinidad handelt und von dem zweifach entrückten Indien des in der Schweiz geborenen Autors selbst. Eine ganze Reihe solcher Auftritte ist zu absolvieren, die Fragen und Kommentare ähneln sich. Es geht um das heikle Verhältnis von Dichtung und Wahrheit, von literarischer Freiheit und persönlicher Betroffenheit, in das sich der Autor bei der Spurensuche nach dem aussereuropäisch verzweigten Teil seiner Familiengeschichte begeben hat. Ich höre zu und spüre, wie die paar wenigen vorgetragenen Seiten beginnen, ihre Luftwurzeln im Saal auszuwerfen. Dass auch die Schweiz im Umbruch ist, macht sie für den Dialog der Kulturen, zumal in einem Land wie Indien, desto interessanter.

In nur wenigen Tagen gelangen wir an drei, vier verschiedene Universitäten und in ebenso viele kulturelle Einrichtungen, wo uns jedes Mal ein neugieriges Publikum erwartet. Aber was können wir, die aus dem Basler Dreiländereck hierher gereist sind, den indischen Studierenden denn schon über «kulturelle Alterität» erzählen, was sie nicht selber schon viel plastischer und genauer wüssten? Nach meinem Referat über die Wiederkehr des Reisens in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur kreist die Diskussion um die Bedeutung von Fremdbildern und Missverständnissen. Aber gibt es denn überhaupt ein richtiges Indien-Bild? Ist nicht bereits die Vorstellung, Indien sei «anders», eine Projektion?

Gerade in solchen Debatten stelle ich fest: Es stellt einen Unterschied dar, ob ein und derselbe Satz in Indien gesagt wird oder in Europa. Die Differenz liegt nicht zuletzt darin, dass einem vor einer immer wieder verwirrenden Kulisse vielfältigster Gesichter und Stimmen die steilen Thesen weniger leicht über die Lippen kommen, wenn schon der ganz normale Alltag zur Überlebensfrage wird. Es dauert nicht lange, und das Land hat seine Gäste, hat mich persönlich vollständig beschämt. Nicht nur, weil der Empfang überall so herzlich und das Publikum so gut vorbereitet ist, sondern auch, weil die Menschen hier noch nicht verlernt haben, Literatur zu brauchen.

Indien, vor dem Autofenster: ein Meer aus Armut, Staub und Resignation, aus dem vereinzelt prachtvolle Monumente, überall aber eine Fülle genialer Notbehelfe herausleuchten.

An der Delhi University diskutieren wir darüber, welche Rolle Indien früher für die deutschsprachigen Schriftsteller gespielt hat und warum es kaum möglich erscheint, fremde Kulturen anders als in exotischer Verzerrung darzustellen. Ein junger Germanistikstudent fragt nach Thomas Manns «Tod in Venedig», wo das Fremde dem in eine Lebenskrise geratenen Autor als erotische Heimsuchung und als tödliche Krankheit begegnet. Ich hake ein: Indien ist im Blickwinkel Thomas Manns der Ort, wo die Tiger lauern, ein tropisches Delirium aus Wunschphantasien und Angstvisionen. «Anfällig» zu sein für die Fremde, scheint eine Gefahr darzustellen.

Martin Dean ergänzt, dass man bei Thomas Mann nur zwei Generationen zurückgehen muss, um bei der brasilianischen Grossmutter des Lübecker Patriziersohnes anzukommen. Der Bruder, Heinrich Mann, sah die Familie, wie es in einem seiner Romane heisst, «zwischen den Rassen» stehen. Auch für indische Leserinnen und Leser sind diese Spuren wichtig, denn sie erlauben ihnen, die Verbindungen zwischen der deutschsprachigen Kultur und ihrer alltäglichen Erfahrungswelt anders zu bestimmen als im Sinne eines Verhältnisses von Überlegenheit und Unterlegenheit.

Der doppelte fremde Blick

In Pune, ein paar Zugstunden nördlich von Mumbai, sind wir im Gespräch mit Deutschlehrerinnen und -lehrern. Mehrere Stunden lang lesen wir Texte, die von kulturellen Grenzen und ihrer Überschreitung handeln. Eine Gruppe setzt sich mit einer Reisereportage von Yoko Tawada auseinander, in der die Durchquerung des Gotthardtunnels beschrieben wird. In einem knapp vierzig Grad heissen Unterrichtsraum reden wir über die Konstruktion von Kehrtunneln und den doppelten Seitenwechsel des Kirchleins von Wassen vor den Zugfenstern. Die indischen Germanisten zeigen sich überrascht, dass man auf der anderen Seite des Tunnels zwar in italienischem Sprachgebiet ist, aber immer noch in der Schweiz. Das sei, so bemerken sie, genauso wie in ihrer Heimat: ein Land, in dem die Sprachen auch ohne Landesgrenze zusammentreffen. Beim Lesen und Diskutieren hat uns eine japanische Zugfahrt in den Bauch des Gotthards versetzt. Für einen flüchtigen Moment ist der fremde Blick durch den Kehrtunnel der Literatur hindurchgegangen: von Indien in die Schweiz und wieder zurück.

Alexander Honold ist Professor für Literaturwissenschaft am Deutschen Seminar der Universität Basel. Er veröffentlichte u. a. 2004 bei Metzler den Band «Mit Deutschland um die Welt. Eine Kulturgeschichte des Fremden in der Kolonialzeit».

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Shivas Drum

shivadrum

I decided quite soon to do a music project. First I wanted to buy some old bollywood music records, do some sampling, remixing. But it came out differently. Lucky as I am our hosts in Ahmedabad, Metha Jagdip and his family are great musicians. This was my chance to do the project with real people, that’s better than with some dusty old records and a computer.

We were both enthusiastic about doing a music track together from the first moment on. Metha proposed to show me some old hindustani songs from which i could do a remix. We decided to take the shiva prayer bholenath.

I took the first recording of his voice to my room and tried to lay some chords and pattern underneath.

The next day I showed my first version to Metha and we recorded his voice and the voices of his daughters with only my laptop integrated microphone, low budget style. But with these beautiful voices it came out nicely anyway.

It’s a housy Shiva prayer with african rhytmhs, na?

Tillup feat. Metha Jagdip – Bolanath

Tillup at myspace