Slides : International Design Summerschool 2013

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Über die Kunstszenen der Metropolen Delhi und Mumbai

Gegenseitigkeit: Überlegungen zu den um Spekulation angereicherten Städten des globalisierten Indiens und deren Kunstschaffenden

Sonntag, 14. April, 11.15 Uhr  | Kunstmuseum Thun

GUPTA

Die indische Kuratorin und Pro Helvetia-Stipendiatin 2013 Gitanjali Dang (*1980) spricht über die Kunstszenen der beiden Metropolen Delhi und Mumbai.

Gitanjali Dang ist freischaffende Kuratorin und Kritikerin und lebt in Mumbai. Ihre Kritiken und Artikel zu Kunst und Kultur im Allgemeinen sind in führenden lokalen und internationalen Publikationen wie Frieze und Art-Agenda erschienen. Sie hat mehr als ein Dutzend Ausstellungen zu zeitgenössischer Kunst kuratiert und seit September 2012 leitet sie das nomadische Kunstlabor Khanabadosh. Gitanjali Dang interessiert sich im Moment für die Schnittpunkte zwischen Dichtung und Wahrheit, um spekulative Szenarien rund um zeitgenössischen Kunstpraxen zu schaffen.

Das Gespräch ist in englischer Sprache.

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Two-way street: Thoughts on globalised India’s speculation-enriched cities and her art practitioners
Sunday, 14 April, 11.15 am

The Indian curator and Pro Helvetia-Resident 2013 Gitanjali Dang (*1980) talks about the art scenes of the metropoles New Delhi and Mumbai.

Gitanjali Dang is an independent curator-critic and shapeshifter based out of Mumbai. Her criticism and articles on the arts and culture at large have appeared in leading local and international publications including Frieze and Art-Agenda. She has curated over a dozen exhibitions of contemporary art and in September 2012, she started the itinerant arts lab Khanabadosh. Gitanjali Dang is currently interested in intersecting fact and fiction in order to produce speculative scenarios around contemporary art practices.

The lecture is in English.

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Kunstmuseum Thun, Hofstettenstrasse 14, CH-3602 Thun

kunstmuseum@thun.ch, http://www.kunstmuseum-thun.ch

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Mach schon, Indien!

Zeig der Welt, dass deine Freiheit der Tyrannei Chinas überlegen ist

VON TIMOTHY GARTON ASH

Warum schneidet die weltgrößte Demokratie offensichtlich schlechter ab als die weltgrößte Diktatur? »Offensichtlich«, das heißt genauer betrachtet, dass die Vergleichsindikatoren zur momentanen Leistungsfähigkeit von Indien und China nicht günstig aussehen. Doch jeder, dem an Freiheit gelegen ist, sollte sich wünschen, dass das freie Indien besser abschneidet.
Sowohl beim Wachstum wie auch beim Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt, bei der Arbeitslosigkeit, dem Haushaltsdefizit und auch der Korruption steht Indien schlechter da als China. Die große Aufholjagd, die noch vor ein paar Jahren vorausgesagt wurde, hat nicht stattgefunden. Beim Pro-Kopf-BIP beispielsweise hinkt Indien (mit 3851 Dollar) China (mit 9146 Dollar) hinterher. Indiens Arbeitslosigkeit war 2011 mehr als doppelt so hoch wie die Chinas. Auch auf der Liste der wahrgenommenen Korruption, die von Transparency International gemessen wird, kommt Indien auf Platz 94, noch hinter dem schon schlechten 80. Rang Chinas. So gehen die Daten weiter.
Sicher, China dürfte seine Statistiken noch stärker schönen, als Indien es tut. Aber fast jeder, mit dem ich während meiner mehr als zweiwöchigen Indienrundreise gesprochen habe, seien es Journalisten, Geschäftsleute, Wissenschaftler oder außenstehende Beobachter, stimmt dem kritischen Urteil zu. Der armen Landbevölkerung, sagen sie, gehe es kaum besser als vor zwei oder drei Jahrzehnten. Ein früherer Richter des Obersten Gerichtshofs erzählte mir mit leidenschaftlicher Empörung, dass wahrscheinlich mehr als 40 Prozent aller indischen Kinder unterernährt seien. »Schlimmer als Afrika!«, rief er aus. Ein umfassender Bericht der Weltbank von 2005 bestätigt dies. Etwa 17000 indische Bauern begingen 2010 nach Missernten Selbstmord. Noch dem oberflächlichsten privilegierten Reisenden sticht die schockierende Nachbarschaft von Überfluss und Mangel ins Auge, sei es in Form der auf Müllbergen errichteten Slums von Mumbai oder der mittelalterlich wirkenden Bauernhöfe, die sich neben brandneuen Autobahnen ducken.
Warum ist das so? Hier ein paar Erklärungen: Im Gegensatz zu China, aber ganz wie Europa, verausgabt Indien einen Großteil seiner Energie, um seine unglaubliche Vielfalt zu bewältigen. Der französische Präsident Charles de Gaulle sagte einmal: »Wie kann man ein Land regieren, das 246 verschiedene Käsesorten hat?« Tja, wie steht es mit einem Land mit 330 Millionen Göttern? Und was heißt überhaupt »ein Land«? Ein englischer Beobachter bemerkte im 19. Jahrhundert, dass Schottland und Spanien sich ähnlicher seien als die Regionen Bengalen und Pandschab. Das mag eine poetische Übertreibung sein, aber tatsächlich ist dieses Land selbst ein Kontinent, ein Staatenbund, ein Imperium. Und genau wie Europa versucht es, diese Vielfalt freiheitlich zu lenken.
China mit seinen riesigen, dünn besiedelten Gebieten, in denen Tibeter und Muslime leben, ist auch vielfältig, aber es bewältigt diese Vielfalt hauptsächlich durch Unterdrückung.
Damit Freiheit in Vielfalt funktioniert, braucht es ein starkes, vereinendes Narrativ. Die Vereinigten Staaten haben eine solche nationale Erzählung, wie man wieder beim Amtsantritt von Präsident Barack Obama sehen konnte. (Ja, es ist ein Mythos, aber nationale Mythen können Berge versetzen.) Europa hatte nach 1945 ein solches Narrativ, es hat es aber verloren. Auch in Indien gab es in den ersten Jahrzehnten nach der Unabhängigkeit eine Zukunftsidee, wie Europa aber hat es den Anschluss daran verloren. Stattdessen rivalisieren heute viele nationale Geschichten in einem politischen und medialen Gewirr miteinander. Viele dieser Diskurse sind leider sektiererisch, regional und chauvinistisch geprägt. Sie spalten eher, als zu vereinen.
Und dann gibt es da noch die Licence Raj, die Lizenzherrschaft. Administrative Strukturen aus der Zeit des britischen Empires sind in vielen Bereichen erstaunlich unverändert geblieben und mittlerweile zu einer albtraumhaften Bürokratie herangewuchert. Führende indischen Industrielle investieren anderswo, weil es in Indien sieben oder acht Jahre dauert, alle notwendigen Genehmigungen zusammenzubekommen.
Wenn die Bürokratie eines postkolonialen Staates das Problem ist, sollten Deregulierungen und ökonomische Liberalisierung die Lösung sein, und in mancherlei Beziehung sind sie es. Sie sind zum Beispiel der einzige Weg, um ein Freihandelsabkommen zwischen Indien und der EU zu bekommen, was für beide Seiten große Vorteile bringen könnte. Gleichzeitig ist die Marktliberalisierung, die in den neunziger Jahren begann, Teil des Problems. Man nehme zum Beispiel die Medien.
Indiens Medien ergehen sich in einem kommerziellen, sensationalistischen Wettbewerb, gegen den der US-Sender Fox News geradezu fair und ausgewogen wirkt und die britische Boulevardzeitung The Sun wie das Hausblatt der Heilsarmee. Einige wenige Qualitätszeitungen wie The Hindu sind Ausnahmen, die die Regel bestätigen. In anderen Blättern füllen Anzeigen die Titelseiten, und »bezahlte Nachrichten« (Unternehmen zahlen für freundliche Berichterstattung) sind gang und gäbe.
Und dann wäre da noch die Politik. Jeder, aber wirklich jeder, erzählt mir, dass Business und Politik in Delhi untrennbar vereint seien, wie tantrische Götter und Göttinnen. Neben schrillen Beleidigungen sowie regionalen und religiösen Identitätspolitiken nach dynastischen Prinzipien (man nehme nur den unaufhaltsamen Aufstieg von Rahul Gandhi in der Kongresspartei) herrscht eine ungeheuerlich herablassende Art gegenüber zwei Dritteln der Inder, die immer noch bettelarm sind. Während einige unternehmerische und humanitäre Initiativen ihnen Hilfe zur Selbsthilfe anbieten, gewähren die Politiker ihnen bloß Zuschüsse für Grundnahrungsmittel, ein paar andere billige Annehmlichkeiten und eine garantierte Niedriglohnbeschäftigung für ein paar Tage im Jahr – alles, um sich bei der nächsten Wahl Stimmen zu kaufen. Nach dem alten römischen Rezept bietet man dem Plebs Brot und Spiele. Die Spiele sind in diesem Fall Kricket (»ein indisches Spiel, das die Briten nur erfunden haben«) und das allgemeine Trara um Bollywood-Promis.
Ist es daher programmiert, dass China das Rennen gewinnen wird? Nein und nochmals nein. Nein, weil das indische System eine tägliche Seifenoper von kleinen Krisen ist; die große Krise aber von Chinas widersprüchlichem System des leninistischen Kapitalismus steht noch aus. Und nochmals nein, weil Indien ein freies Land ist mit einer absolut erstaunlichen Vielfalt an menschlichen Talenten und Persönlichkeiten, an Originalität und Spiritualität. Ganz sicher wird sich der freie Ausdruck menschlicher Individualität am Ende auszahlen.
Deshalb: Los geht’s, Indien! Meinetwegen kannst du England in jedem Kricket-Match der nächsten zehn Jahre schlagen, aber unter einer Bedingung: dass du auch anfängst, China in der Politik zu schlagen. Und mit Politik meine ich nicht den unbedeutenden Konkurrenzkampf um Macht und Privilegien – sondern dass du das volle Potenzial deines Volkes erkennst.

Aus dem Englischen von HANNA LÜTKE LANG

POLITIK MEINUNG
DIE ZEIT NO10 / 2013

allahabad : kumbh mela 2013

15.01.2013 / http://www.indienaktuell.de

Gestern startete die größte religiöse Massenveranstaltung der Welt. Turnusgemäß begann dieses Jahr in Allahabad die große Maha Kumbh Mela, die hier nur alle zwölf Jahre stattfindet. Erst zu Maha Shivaratri am 10. März 2013 wird das Fest wieder enden.

Für gläubige Hindus ist die Kumbh Mela die heiligste aller Pilgerreisen und Allahabad ein ganz besonderer Ort. Die Stadt am Zusammenfluss von Ganges und Yamuna, die beide im Hinduismus als heilige Flüsse gelten, trägt den Beinamen Tirth Raj, „König der Pilgerstätten“. 2013 ist diese ohnehin schon wichtige Pilgerstätte noch um eine weitere, seltene Attraktion reicher: die Maha Kumbh Mela, das „Fest des Kruges, der den Nektar der Unsterblichkeit birgt“, das größte Pilgerfest der Welt.

Die Legende erzählt, dass einst Götter und Dämonen den Nektar der Unsterblichkeit in einem Krug sammelten, aber dann um diesen Krug so heftig stritten, dass Tropfen des kostbaren Nektars verschüttet wurden. Allahabad ist einer der vier heiligen Orte Indiens, an denen einer dieser Tropfen zur Erde gefallen sein soll. Auch Nashik, Ujjain und Haridwar wird nachgesagt, dass der göttliche Nektar hier die Erde berührt hat. Bei der richtigen Sternenkonstellation alle zwölf Jahre manifestiert sich dieser Tropfen göttlichen Nektars wieder im Ganges, heißt es, und zu diesem Anlass wird die Kumbh Mela gefeiert.

Da Allahabad durch seine besondere Lage an zwei heiligen Flüssen Indiens noch eine zusätzliche wichtige Bedeutung hat, sieht es ganz so aus, als sollte diese Kumbh Mela die größte werden, die es je gab.

  • Während der 60 Tage, die die Kumbh Mela dauert, werden etwa 100 Millionen Menschen erwartet. Allein 10 Millionen waren gestern da, 30 Millionen werden zu Mauni Amawasya am 10. Februar erwartet.
  • Zusätzlich besuchen vermutlich eine Million Touristen aus dem Ausland das Event.
  • Das Gesamtbudget für die Kumbh Mela beträgt 12 Milliarden Rupien (ca. 164,7 Mio. Euro); das sind 2 Milliarden Rupien (ca. 27,5 Mio. Euro) mehr als bei der letzten Kumbh Mela im Jahr 2001.
  • Man erwartet etwa 120 Milliarden Rupien (ca. 1,65 Mio. Euro) an Steuereinnahmen und sonstigen Einkünften für den Bundesstaat Uttar Pradesh. Die Kumbh Mela wird mehr als 600.000 Menschen Arbeit geben.
  • 18 Ponton-Brücken und 35.000 Toiletten wurden für die Pilger gestellt.
  • 156 km solide Straßen und Wege wurden am Ufer des Flusses erbaut.
    571 km Wasserrohrleitungen und 800 km elektrischen Leitungen verlegt sowie 48 Umspannwerke im Mela-Areal errichtet.
  • 125 Verpflegungsshops und 4 Lagerhäuser wurden eröffnet, um die Pilger mit Getreide, Obst und Gemüse zu versorgen.
  • 2.500 religiöse und soziale Organisationen aus dem ganzen Land werden an der Kumbh Mela teilnehmen.
  • 30.000 Polizisten in 30 neuen Polizeistationen und 72 Kompanien paramilitärischer Kräfte wurden aufgestellt.
  • 120 Überwachungskameras wurden auf dem Festgelände und in der Stadt installiert.
  • 22 Ärzte und 120 Ambulanzen stehen rund um die Uhr im neuen 100-Betten-Krankenhaus in der Nähe des Festivalgeländes zur Verfügung.
  • Mehr als 50 Quadratkilometer umfasst das gesamte Festgelände; das ist fast doppelt so groß wie bei der letzten Kumbh Mela in Allahabad im Jahr 2001.
  • 12.000 Rupien (ca. 165 Euro) kostet die Miete pro Tag für die noblen Swiss Cottages, die UP-Tourism errichtet hat (Fertigbauhütten mit Holzboden, Speisezimmer, Schlafzimmer, Bad und Toilette). Die Luxus-Cottages von Cox and Kings sind für 15.000 Rupien (ca. 205 Euro) für drei Nächte zu haben.

Auch an Prominenten wird es nicht fehlen: Richard Gere, Michael Douglas und seine Frau Catherine Zeta Jones sowie der Dalai Lama haben ihren Besuch angekündigt.

Es werden digitale Karten des gesamten Festgeländes im Internet zur Verfügung gestellt, damit sich die Pilger schon im Voraus den Ort aussuchen können, an dem sie gerne in die heiligen Wasser eintauchen möchten – falls sie es denn schaffen, dorthin vorzudringen. Mit GPS-Systemen können die Pilger außerdem ihre Unterkünfte und Ashrams auf dem Gelände finden. Bei den Massen an Leuten, die erwartet werden, ist das sicherlich eine gute Idee. Mithilfe der Indian Space Research Organisation (ISRO) und dem Remote Sensing Application Centre soll mithilfe von Fotografien des gesamten Geländes die genaue Zahl der Besucher ermittelt werden.

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Design aus Indien

Was in Indien im Produktdesign geschieht, ist auf Fachmessen und in den Medien kaum ein Thema. Nun zeigt eine Ausstellung an der Triennale in Mailand, was in diesem Land in Bewegung ist.

Quelle: http://interiordesign.blog.nzz.ch/2013/01/09/design-aus-indien | NZZ 9. Januar 2010

Rita Imwinkelried

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Hängeleuchte «Singing Leaves» aus Bambus von Rajiv Jassal: Die Bambusblätter vibrieren leicht und verbreiten ein feines Geräusch.

Fast alle der 32 Designer, welche für die Ausstellung ausgewählt wurden, realisieren Produkte mit traditionellen lokalen Materialien und Verarbeitungstechniken, verwenden also vor allem Bambus, Holz und Textilien, mit reichlich Dekoration. Einige haben an europäischen Hochschulen studiert und gewinnen internationale Designpreise. So zum Beispiel Gunjan Gupta, die nach einer Ausbildung am Saint Martins College in London in ihre Heimat zurückgekehrt ist und die Firma Wrap gegründet hat. Sie stellt Möbel her, deren Design zeitgemäss, jedoch von der Üppigkeit der traditionellen indischen Ästhetik beeinflusst ist.

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Der Sessel «Origami Throne» ist ein Entwurf von Gunjan Gupta, die in New Delhi eine Möbellinie aufgebaut hat.

Sahil Bagga & Sarthak Sengupta arbeiten im Duo in New Delhi, wo sie bunte, grosszügig geformte Einrichtungsgegenstände herstellen. Aufwändige handwerkliche Arbeitsprozesse und neu interpretierte Farben und Formen althergebrachter Objekte gehören zu ihrem Kennzeichen. Sie sind auf die Einrichtung von internationalen Hotels spezialisiert.

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Pouff «Katran Beetle» des Designerduos Sahil Bagga & Sarthak Sengupta. Der Überzug ist aus gerstrickten Stoffresten gefertigt.

Zu Vikram Dinubhai Panchal’s erfolgreichsten Kreationen gehört das 2012 in New York mit dem Designpreis Core77 ausgezeichnete Tragsystem «Load Carrier For Labor», aus Schilfrohr, welches das Transportieren von Gegenständen auf ergonomisch korrekte Weise erlaubt. Das Modell ist multifunktional und kann für das Tragen von Dingen auf dem Rücken und auf dem Kopf sowie als Kofferkuli eingesetzt werden.

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Das Tragsystem «Load Carrier For Labor» von Vikram Dinubhai Panchal kann auf drei Arten gebraucht werden und hilft, Gewichte mühelos zu transportieren.

Ein interessantes Beispiel für indisches Design mit globaler Ausstrahlung sind die gut gestylten Einwegteller «Hampi», aus den Blättern der Areca-Palme hergestellt. Sie finden sich auch in einigen Schweizer Supermärkten. Eine geniale Idee und eine ökologische Alternative zum Plastikgeschirr: Die Palmenblätter werden ohne Beihilfe von Chemie, einzig mit Zufuhr von Hitze, in die Form gepresst und können nach Gebrauch kompostiert werden.

New India Designscape, Triennale Mailand, bis 24. Februar 2013.

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lights camera – hindi films on youtube

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Originally posted on January 5, 2013 by Sourav Roy on http://souravroy.com, a critical but highly inspiring blog about daily life in India – thanks a lot!

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For a moment let’s forget world cinema. Let’s forget Satyajit Ray, Ritwik Ghatak and John Abraham. Let’s also forget about the early Hindi cinema which belonged to the likes of Guru Dutt, Raj Kapoor, Bimal Roy and V Shantaram. Any serious film viewer will ask – “what remains to be watched?” Well, my friend, the answer is there on YouTube.

YouTube has a wonderful (if not exhaustive) collection of some of the most amazing Hindi films of the parallel film era (late 60′s till date). Although I wish it had more of Mani Kaul, Kumar Shahani and Saeed Akhtar Mirza in it. Here is a small list I could come up with for myself and fellow viewers –

Shyam Benegal

Anand Patwardhan

Mani Kaul

Sai Paranjpye

Ketan Mehta

Basu Chatterjee

Govind Nihlani

Goutam Ghose

Vidhu Vinod Chopra

Mahesh Bhatt

Others

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Proteste in Indien

Proteste in Indien
3.1.2013, 18:36 Uhr
Wut tritt an Stelle der Angst

Die Vergewaltigung einer jungen Frau hat in Indien eine Debatte ausgelöst, die längst überfällig war. Von Suzanne Moore

Lautstark protestieren in Indien jetzt auch Frauen, die bisher die Gewalt still ertragen haben. (Bild: Reuters/Vivek Prakash)
Als ich vor dreissig Jahren zum ersten Mal in Delhi war, wohnte ich dort in einer schäbigen Absteige. Die ganze Nacht klopften Männer an meine Tür, die zwei Dinge wollten: Sex und Johnnie Walker. Ich verbarrikadierte mich in meinem Zimmer und holte mein Schweizer Sackmesser und meine Hutnadel raus. Letztere erwies sich vor allem in öffentlichen Verkehrsmitteln als äusserst nützlich.

Trotzdem verliebte ich mich in Indien, denn es ist nicht ein Land, sondern viele. Und auch wenn ich seither immer wieder dorthin gereist bin, weiss ich, dass ich nur an der Oberfläche kratzen könnte, selbst wenn ich mein ganzes Leben hier verbrächte. Ich bin hier Touristin, da mache ich mir nichts vor. Gerade mache ich mit meiner Familie Ferien in Goa, wo Westler und wohlhabende Inder an schönen Stränden das Leben geniessen. Sie wollen hier feiern, Erdbeer-Mojitos trinken, tanzen.

Ich aber kann nicht aufhören, die Nachrichten zu verfolgen. Es ist etwas im Gange, das wichtiger ist, als der neuste Trance-Mix. So etwas, wie den Ausbruch des Zorns, nachdem eine junge Frau – «Damini» genannt – in einem Bus von sechs Männern vergewaltigt wurde und dann starb, habe ich in Indien noch nie erlebt. Diese Wut hat lange auf sich warten lassen. Doch nun finden nicht nur im Zentrum Delhis Demonstrationen und Mahnwachen statt, sondern überall von Kalkutta bis Panjim. Dieses eine Mal sind Norden und Süden vereint. Rapper aus dem Kaschmir machen Musik, um die Frauen von Delhi zu unterstützen.

Die Statistiken sind nicht neu, aber sie sind so unübersehbar, wie die Familien, Männer, Frauen und Kinder, die jetzt demonstrieren. Im vergangenen Jahr gab es in Delhi 635 gemeldete Vergewaltigungen und eine Verurteilung. An Orten wie Karnataka ist es schlimmer, aber Delhi rühmt sich eben damit, das moderne Indien zu sein. Jason Burke, der Indienkorrespondent des «Guardian», hat zutreffend geschrieben, in dieser eigentümlich indischen Gemengelage aus Wut, Sentimentalität und Verleugnung prallten neu und alt aufeinander.

Es geht nicht um Sex
Am neuen, modernen Technikland, als das Indien sich gerne verkaufen will, haftet der Makel seines Verhältnisses zu Frauen. Ich schaute gerade die Nachrichten, als «Braveheart» – so lautet einer der abscheulichen Namen, die dem Opfer gegeben wurden – nach Singapur geflogen wurde. Warum? Aus dem Augen, aus dem Sinn? In Indien gibt es einige der besten Krankenhäuser der Welt. In Städten wie Chennai kann man kaum einen Fuss vor den anderen setzen, so viele Europäer kommen dorther, um sich eine neue Hüfte oder ein neues Knie einsetzen zu lassen. Wer verlegt eine Patientin mit Organversagen, Hirnverletzungen und Infektionen, die schon einen Herzstillstand hatte? Junge Männer riefen bei Nachrichtensendern an und boten an, ihren Darm zu spenden – der des Opfers musste aufgrund der Verletzungen, die ihr mit einer Eisenstange zugefügt wurden, entfernt werden.

Die Krux – über die viele nicht zu reden bereit sind – ist, dass es bei Vergewaltigung nicht um Sex geht. Es geht um Macht. Um Folter. Um Brutalität. Am 30. Dezember gab es wieder einen Übergriff auf eine junge Frau, wieder in einem Bus. In der vergangenen Woche starb in Gujarat ein zweijähriges Mädchen nach einer Vergewaltigung, während ein weiteres Opfer einer Gruppenvergewaltigung Selbstmord beging. Sie war vor die Entscheidung gestellt worden, die Anklage fallen zu lassen oder einen ihrer Angreifer zu heiraten.

Für die «Unberührbaren» Alltag
Arundhati Roy hat thematisiert, wie die indische Armee Vergewaltigungen in Kaschmir und Manipur als Kriegswaffe einsetzt. Auch die Polizei und die obere Kaste tun dies. Es wurde Überraschung darüber bekundet, dass Damini keine Dalit, keine Unberührbare war. Für die sind Vergewaltigungen Alltag. Wo es keine Toiletten gibt, werden Frauen im Wald vergewaltigt.

Nun aber stellt sich heraus, dass auch die Frauen der Mittelschicht nicht sicher sind. Sie gehen nach Sonnenuntergang nicht mehr aus. Eine sagte mir, Indien sei schlimmer als Saudi Arabien. Der Polizei vertraut niemand. Manchmal müssen vergewaltigte Frauen einen «Fingertest» über sich ergehen lassen, bei dem ein Arzt feststellt, ob ihre Vagina «an Geschlechtsverkehr gewöhnt» ist. Die normalen Frauen hier sind wütend. Sie tragen Plakate, auf denen steht «Tötet die Gräueltäter» oder «Foltert sie zu Tode». Ermutigend ist hingegen, im TV junge, artikulierte Frauen zu sehen, die ein Gespräch führen, das längst überfällig war.

Die Reaktion der Politik war fürchterlich, Sonia Gandhis Rede an die Nation vollkommen unangemessen. Einige weibliche Politiker sagen, Frauen, die vergewaltigt würden, seien wegen ihrer «Abenteuerlust» selber schuld. Der Sohn des Präsidenten bezeichnete die Demonstrantinnen als «angeknackst» und «aufgetakelt». Als verrückt und bedeutungslos wurden solche Stellungnahmen der politischen Klasse kritisiert.

Daminis Leiche wurde aus Singapur zurück gebracht und eingeäschert – nachts, unter erheblichen Sicherheitsmassnahmen, um weitere Proteste zu verhindern. Sie wurde nicht, wie es der Brauch ist, in ihr Dorf überführt. Ihre Mutter erlitt einen Zusammenbruch.

Politiker fürchten eine «rosa Revolution»
Die junge Frau hiess in Wirklichkeit gar nicht Damini. Ihre Identität ist weiterhin unbekannt. Vergewaltigt zu werden ist immerhin eine Schande. Damini ist ein Wort aus dem Sanskrit. Es heisst Blitz. Und es ist der Name der Heldin eines bekannten indischen Films, die sich weigert, zuzulassen, dass ein Vergewaltiger der Gerechtigkeit entkommt. Mehrere grosse Bollywood-Stars haben ihr Entsetzen zum Ausdruck gebracht. Trotzdem kommt ein Bollywood-Film nach dem anderen heraus, in dem eine Frau im Namen der Romantik in die Unterwerfung getrieben wird.

Am meisten ängstigt einen Teil der Politiker, dass die jungen, gebildeten Menschen, die jetzt einen Wandel verlangen, sie an den Arabischen Frühling erinnern. Sie fürchten die, wie sie es nennen, «rosa Revolution». Wenn Leute sagen, Feminismus sei ein Zeitvertreib für einige wenige weisse Mittelschichtsfrauen im Westen, die sich den Kopf darüber zerbrechen, ob sie Lippenstift tragen sollen oder nicht, wünschte ich, sie könnten diese zornigen Männer und Frauen sehen, die fordern, dass Frauen in Sicherheit leben können und die aussprechen, dass Vergewaltigung immer eine Waffe ist, mit der Frauen in Angst gehalten werden sollen.

Wo ist die vielgepriesene Modernität?
Etwas geschieht in Indien – die Wut tritt an die Stelle der Angst. Der Damm ist gebrochen. Die Politiker wollen eine Law-and-Order-Debatte führen, in der radikalen geht es aber darum, wie die Kultur selbst sich verändern liesse. Und weil wir von Indien sprechen, geht es um eine Vielzahl von Kulturen. Irgendwie jedoch unterzieht sich dieses Land – durch den Schock und das Trauma hindurch – selbst einer Prüfung. Und seine vielgepriesene Modernität wirkt dabei gar nicht mehr so modern.

Das neue Indien kann nur geboren werden, wenn die Frauen das Recht auf Freiheit, Sicherheit und Gleichheit erhalten. Manch einer hat das vielleicht schon immer gewusst. Ich weiss nur, dass nun sehr viel mehr Inder es wissen. Politisch ist vom «höchsten Opfer der jungen, mutigen Tochter Indiens» die Rede. Diese Frau hat den Tod nicht gewählt. Sie wurde ermordet. Das empört diejenigen, die bei Nacht Mahnwachen halten. Es empört mich. Es kann nicht ausgeflogen, stillgeschwiegen oder zu Asche verbrannt werden. Es lodert. Und es wird weiter brennen.

Copyright: Guardian News & Media Ltd 2013: Übersetzung: Zilla Hofman

Suzanne Moore, Jahrgang 1958, ist eine britische Journalistin. Im Verlaufe ihrer Karriere schrieb sie für verschiedene englische Zeitungen wie «Mail on Sunday», «Independent», «The Guardian», und den «New Statesman».

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brain-teaser :: which cities are shown below ?

JAIPUR_GM

001 ??

DELHI_GM

002 ??

AGRA_GM

003 ??

AHMEDABAD_GM

004 ??

MUMBAI_GM

005 ??

………

solution : (001 – jaipur | 002 – delhi | 003 – agra | 004 – ahmedabad | 005 – mumbai)

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Ravi Shankar

Der Eroberer des Westens stirbt mit 92 Jahren

shankar

Was tue ich nur in diesem Käfig, in diesem alten Körper?” schrieb Ravi Shankar einigermaßen fassungslos bereits vor 13 Jahren in seiner Autobiografie “Raga Mala”. “Warum kann ich nicht mehr wie früher Marathon-Konzerte geben und hinterher stundenlang Liebe machen? Mein Geist ist doch noch so jung…” Das Altern, es war ein Problem für den Sitar-Virtuosen, den alles überragenden Weltstar der nordindischen Klassik, der sich von einer Herzoperation nicht mehr erholte und am Dienstag mit 92 Jahren in einer kalifornischen Klink starb.

Bis zuletzt quoll er über vor Zukunftsplänen, komponierte ohne Unterlass, erlebte in London die Uraufführung seiner Symphonie für Sitar und Orchester und gründete Anfang 2012 eine eigene Plattenfirma, um legendäre Archivaufnahmen zu veröffentlichen. “Ich kann nachts kaum einschlafen, so viele Ideen habe ich”, erklärte er, der 1920 in Indiens heiliger Stadt Varanasi als Robindro Shaunkor Chowdhury geboren wurde. Nur die Konzerte fielen ihm zunehmend schwerer: Beim letzten Auftritt, den er am 4. November gemeinsam mit seiner Tochter und Schülerin Anoushka Shankar absolvierte, brauchte er Rollstuhl und Sauerstoffgerät.

Die Karriere des Ravi Shankar begann im zarten Alter von zehn Jahren, als er mit der Tanz- und Musiktruppe seines älteren Bruders Uday nach Paris zog und hier ebenso große Erfolge feierte wie im Rest Europas und den USA. Es war ein Leben des Glamours und der Versuchungen, ein Leben, das Shankar lange sehr genoss. Vor allem als junger Erwachsener. “Ich hatte Mädchen in jedem Hafen, manchmal nicht nur eines”, erinnerte er sich. Schauspieler wie Clark Gable und Joan Crawford, Musiker wie Cole Porter und Duke Ellington gehörten zu seinem Bekanntenkreis, und Shankar sog all diese neuen Einflüsse begierig auf.

Doch die Freuden des Weltlichen, sie reichten ihm letztlich nicht. Er wollte mehr, wollte zu den spirituellen Quellen der Musik vordringen. Und war bereit, dafür alles auf eine Karte zu setzen, auf die strenge Ausbildung bei Ustad Allauddin Khan, ab 1938 sein Guru, in dessen Haus er sieben Jahre lebte und dessen Tochter Annapurna Devi er später heiratete. Eine harte Schule, die tägliches vielstündiges Üben und absoluten Gehorsam gegenüber einem Meister verlangte, der nicht die kleinste Unachtsamkeit durchgehen ließ. Hier wurde der Rohdiamant geschliffen, der zunächst in seiner Heimat für Aufsehen sorgte und dort das Musikprogramm des einflussreichen All India Radio verantwortete oder Soundtracks für die Filme seines berühmten Landsmannes Satyajit Ray schrieb.

Ab den 50er-Jahren war Shankar Indiens wichtigster kultureller Botschafter, trat in der UdSSR und Japan auf, traf Yehudi Menuhin und John Coltrane, beeinflusste nachhaltig Philip Glass und eroberte den Westen endgültig, als George Harrison sein Freund und Schüler wurde. Mit dem Beatle nahm er mehrere Alben auf, gemeinsam tourten die beiden durch die USA und zollten einander immer wieder öffentlich Respekt. Harrison blieb Shankar bis zu seinem Tod im November 2001 verbunden und schrieb später das Vorwort für dessen Biografie.

Woodstock, Monterey Pop, das Concert for Bangladesh: Die Hippiebewegung umarmte Ravi Shankar in den späten Sechziger- und frühen Siebzigern, fuhr ab auf den exotischen Sound der Sitar, der begleitenden Sarod und der Tabla-Trommeln. Aber dem Umschwärmten missfiel, was er sah. Vor allem der Drogenkonsum passte nicht zu einer Musik, die er als göttlich empfand. Die Festival-Auftritte waren große Erfolge, aber ihm auch eine Qual. Er wollte ein hoch konzentriertes Publikum, keines, das die komplexen Ragas lediglich als stimmungsvollen Soundtrack zum nächsten LSD-Trip betrachtete.

Auch die Popularisierung der indischen Klassik, deren Elemente sich zunehmend auf Pop-Alben fanden, betrachtete er mit gemischten Gefühlen. Man könne nicht einfach ein paar Töne auf der Sitar spielen und dann behaupten, man habe das Wesen der Musik erfasst. Dazu gehöre viel mehr, ein spiritueller Reifungsprozess, der auf einer Jahrtausende alten Kultur fuße. Verbündete im Geiste waren ihm Musiker wie Mstislaw Rostropowitsch, Yehudi Menuhin oder Zubin Mehta, mit denen er eine Brücke von Ost nach West schlug und epochale Platten einspielte. Unvergessen auch seine Musik zu Richard Attenboroughs Filmbiografie “Gandhi”.

Eine gute Übersicht bietet die ab dem 18. Dezember erhältliche Zehn-CD-Box “The Ravi Shankar Collection” (EMI), die einige Hauptwerke versammelt. Ansonsten ist seine Diskografie unübersichtlich, viele legendäre Live-Aufnahmen, etwa auf dem deutschen Chhanda-Dhara-Label sind kaum noch zu finden, anderes ist nur in Indien oder den USA erschienen. Hier lebte er mit seiner zweiten Frau Sukanja Rajan, die ihm ein spätes Glück bescherte: Tochter Anoushka, geboren 1981, seine Meisterschülerin. Und Halbschwester von Jazzsängerin Norah Jones, das Ergebnis einer Affäre, zu der sich Shankar erst spät öffentlich bekannte.

Sukanya und Anoushka waren bei ihm, als er starb und schreiben auf seiner Website: “Auch wenn dies jetzt eine Zeit der Trauer ist, so ist es auch eine Zeit, um dankbar zu sein, dass er ein Teil unseres Lebens war. In unseren Herzen und in seiner Musik wird er ewig weiterleben.” In der Tat: Den Käfig seines alten Körpers hat Ravi Shankar verlassen, aber was er geschaffen hat, als Musiker und Bewahrer indischer Traditionen, wirkt weit über ein Menschenleben hinaus.

Die Welt : Holger True

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